Funktionelle Chirurgie

Ein Behandlungsschwerpunkt unserer Praxisklinik ist die Korrektur von Fehlstellungen, Fehlbildungen, Verletzungen, Frakturen und Formveränderungen im Kiefer- und Gesichtsbereich aus funktionellen und/oder ästhetischen Gründen.

Kieferfehlstellungen (Fehlbiss)

Kieferfehlstellungen – egal ob im Kindes- oder Erwachsenenalter – können sowohl funktionelle Beeinträchtigungen wie Kaubeschwerden, Sprachstörungen, Atembeschwerden und Schlafstörungen, aber auch psychologische Belastungen verursachen. In unserer Praxis bieten wir die gesamte Diagnostik und operative Behandlung solcher Fehlstellungen in jeder Altersgruppe an. Dazu gehören alle Formen der Oberkiefer-, Unterkiefer- und Kinnverlagerungen aus funktionellen aber auch ästhetischen Gesichtspunkten, die – je nach Bedarf – einzeln oder auch in Kombination vorgenommen werden können.

 

In enger kollegialer Zusammenarbeit mit den uns zuweisenden Kieferorthopäden entwickeln wir ein individuelles Gesamtkonzept, dass ganz auf Ihre Bedürfnisse abgestimmt ist und Funktion und Ästhetik gleichermaßen berücksichtigt. Dazu bedienen wir uns nicht nur modernster Diagnoseverfahren wie der 3D-Fotogrammetrie (3dMDface™), der 3D-Volumentomographie (DVT) und der 3D-Operationsplanung (Dolphin™), sondern auch schonender Operationstechniken wie z.B. dem Piezosurgery-Verfahren.

Mehr zu Technik und Ausstattung der Praxsiklinik lesen Sie hier.

Lippen-Kiefer-Gaumenspalten

Lippen-Kiefer-Gaumenspalten zählen zu den häufigsten angeborenen Fehlbildungen. Die Geburt eines Kindes mit einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte ist dennoch häufig unerwartet und verunsichert viele Eltern. Darüber hinaus können Spalten Funktionen wie Atmung, Ernährung, Sprechfunktion und Gehör beeinträchtigen, je nach Spaltform und Ausprägung.

 

Lippen-Kiefer-Gaumenspalten werden heutzutage bereits im Säuglings- und Kleinkindalter chirurgisch korrigiert, durch eine Lippenoperation im 4. und eine Gaumenoperation im 9. bis 15. Lebensmonat. Vorbereitet werden diese Operationen durch den Einsatz einer Gaumen- oder NAM-Platte. Durch diese Wachstumslenkung können die Lippen-, Kiefer- und Gaumensegmente aneinander angenähert werden, und dem Säugling gleichzeitig durch die Trennung von Mund- und Nasenraum das Trinken und Atmen erleichtert werden.

 

Wir bieten in unserer Praxis eine ausführliche persönliche Beratung für betroffene Eltern und die gesamte ambulante Vorbereitung eines operativen Eingriffes an.  Die Operation selbst führen wir an einer dafür bestens ausgerüsteten Kinderklinik durch.

Im Rahmen der ambulanten Vorbereitung bieten wir mit der Methode des Nasoalveolar Molding (NAM) eine spezielle prächirurgische Behandlungstechnik für Neugeborene mit einer Spaltfehlbildung an. Dabei arbeiten wir eng mit Kollegen aus den relevanten medizinischen und zahnmedizinischen Fachdisziplinen (Kieferorthopädie, HNO, Phoniatrie und Pädaudiologie, Kinderheilkunde, Gynäkologie, Logopädie, Humangenetik u. a.) zusammen.

 

Die Methode des Nasoalveolar Molding ist nur an wenigen Zentren der Welt etabliert und wurde nach ausgiebigen Recherchen, mehrmaligen Aufenthalten und Fortbildungen von Dr. Loeffelbein in der New Yorker Gründerklinik dieser Methode 2010 von ihm nach München importiert. Anders als bisher üblich, wird bei dieser Methode zusätzlich zum Kiefer auch der Nasenknorpel des Neugeborenen vor der Lippenoperation geformt. Dazu wird eine spezielle Gaumenplatte verwendet, an der ein mit weichem Kunststoff ummantelter Nasensteg fixiert ist. Dieser übt eine geringe, aber konstante Kraft auf Nasenflügel und Nasenspitze aus, so dass der Nasensteg begradigt und bei Bedarf verlängert, der Nasenflügel aufgerichtet, die Nasenspitze begradigt und insgesamt die Symmetrie verbessert wird. Durch die Annäherung der Segmente wird bei der Operation weniger Spannung auf die Narbe ausgeübt. Ziel ist es, spätere plastische Korrekturen an der Nase und der Oberlippe zu verringern oder sogar gänzlich zu verhindern. Das funktioniert aber nur in der ersten Zeit nach der Geburt, wenn der Nasenknorpel, der Oberkiefer und die Weichgewebe wie Haut, Muskeln und Schleimhaut noch verformbar sind.

 

Dr. Loeffelbein ist ausgewiesener Experte in der Behandlung mit NAM und der Operation von Kindern mit Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten. Zudem forscht er seit Jahren zum Thema und hat noch zu seiner Zeit als Oberarzt im Universitätsklinikum rechts der Isar der Technischen Universität München ein Forschungsprojekt initiiert, mit dem Ziel, den Behandlungsablauf und Fertigungsprozess der NAM-Apparaturen stufenweise zu automatisieren, zu präzisieren und den zeitlichen Aufwand zu optimieren. Wollen Sie mehr über NAM und das noch laufende Forschungsprojekt erfahren, besuchen Sie bitte die

NAM-Webseite der Technischen Universität München

Kindliche Gesichts- und Schädeldeformitäten

Asymmetrien des kindlichen Schädels rufen bei vielen Eltern Besorgnis hervor. Solche Schädeldeformitäten haben in der Regel zwei Ursachen, die grundsätzlich unterschiedlich behandelt werden. Zum einen kann sich der Schädel z.B. durch einseitige Lagerung verformt haben. Hierbei kann es jedoch ebenfalls zu größeren Deformationen kommen, welche für Eltern und Kind sehr belastend sein können und in ausgeprägten Fällen einer Helm-Therapie bedürfen.

 

Wesentlich gefährlicher und behandlungsbedürftig ist die frühzeitige Verknöcherung von Schädelnähten, die sog. Kraniosynostosen. Solch eine Verknöcherung zweier Schädelplatten, die zuvor knorpelig oder bindegewebig verbunden waren, findet schon im Mutterleib statt und wird nicht selten bereits vorgeburtlich festgestellt. Solche Synostosen können in unterschiedlicher Form und Ausprägung auftreten und müssen meistens operativ korrigiert werden.

 

Dr. Lonic ist durch seine zuletzt kommissarische Leitung des Funktionsbereiches Kraniofaziale Chirurgie am Städtischen Klinikum Bogenhausen und langjährige Erfahrung ausgewiesener Experte auf dem Gebiet der Kraniosynostosen.

 

Wir können in unserer Praxis eine ausführliche persönliche Beratung für betroffene Eltern und die gesamte ambulante Vorbereitung einer Therapie oder eines operativen Eingriffes anbieten.

Unfallfolgen

Als Trauma bezeichnet man in der Medizin eine durch äußere Gewalt bedingte Schädigung, Verletzung oder Wunde. Unfälle sind die häufigste Ursache für Verletzungen des Weichgewebes oder Knochenbrüche (Frakturen). Traumata im Kiefer- und Gesichtsbereich können beispielsweise zu Biss- und Augenbewegungsstörungen oder Nasenatmungsbehinderungen führen.

 

In unserer Praxisklinik und am HELIOS Klinikum München West versorgen wir Jochbein- und Augenhöhlenbrüche, Brüche von Unter- und Oberkiefer, Mittelgesicht und Nasenbein, Zahnfrakturen und Zahnluxationen (Stellungsänderungen) sowie kleinere und ausgedehnte Weichteilverletzungen. Ziel unserer Fraktur- und Wundbehandlung im Gesicht ist dabei immer eine kleinstmögliche Narbenbildung und vollständige Wiederherstellung der Funktion.

obstruktive Schlafapnoe (OSAS)

Menschen, die eine obstruktive Schlafapnoe (OSAS) haben, bekommen – meist ohne es zu merken – beim Schlafen schlecht Luft, schnarchen meist sehr laut, haben Atemaussetzer (Apnoen) und sind tagsüber sehr schläfrig. Dies erhöht auf Dauer das Risiko für andere Erkrankungen und kann die Lebensqualität enorm beeinträchtigen. Menschen mit einer obstruktiven Schlafapnoe haben häufiger Bluthochdruck und andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Sie haben daher ein höheres Risiko, einen Herzinfarkt, einen Schlaganfall oder Herzrhythmusstörungen zu bekommen.

 

Wir bieten in unserer Praxis eine ausführliche Beratung und die gesamte ambulante Vorbereitung einer operativen Behandlung mittels Bimaxillärem Rotation Advancement an. Die Operation selbst führen wir am HELIOS Klinikum München West durch.

 

Das Bimaxilläre Rotation Advancement ist ein kieferchirurgischer Eingriff, bei dem wir durch Osteotomie (Knochenschnitte) und gezielte Vorverlagerung sowohl des Oberkieferfortsatzes und des Unterkiefers die Atemwege in allen Anteilen des Rachens erweitern. Geplant wird die OP mit Hilfe modernster digitaler Bildgebungsverfahren, der 3D-Fotogrammetrie (3dMD) und der Digitalen Volumentomografie (DVT). Diese Verfahren ermöglichen es uns, die Luftwege und das spätere Erscheinungsbild zu visualisieren und den Eingriff mit einer funktionellen Mundbodenstraffung zu kombinieren. Die Operation ist daher höchst individuell auf jeden Patienten abgestimmt. Die von uns praktizierte Methode des Bimaxillären Rotation Advancements hat sich in der Kombination der Maßnahmen als besonders effektiv bei Patienten mit OSAS herausgestellt und gewährleistet neben einer vielfach verbesserten Funktion der Atmung während des Schlafes auch eine nicht zu gravierende äußerliche Veränderung. Nur wenige Zentren weltweit bieten das Bimaxilläre Rotation Advancement an.

 

Wir verfügen nach internationaler Ausbildung und Forschungstätigkeit über die nötige Erfahrung und wir verfügen über die modernsten Bildgebungs- und Operationsverfahren, um diese Operation optimal durchzuführen zu können. Wir operieren mit gleich zwei erfahrenen Ärzten, so dass wir Ihnen eine hohe Sicherheit gewährleisten, das zuvor virtuell geplante und mit Ihnen besprochene Ergebnis auch wirklich zu Ihrer Zufriedenheit umsetzen zu können.

 

Aufgrund der häufigen Begleiterkrankungen von Patienten mit OSAS (Bluthochdruck, Übergewicht, u.a.) legen wir Wert auf eine vollumfängliche medizinische Versorgung inklusive eines intensivmedizinischen Backgrounds, so dass Sie sich auch im äußerst seltenen Falle einer unerwarteten Komplikation während der Narkose oder während der ersten Tage nach der OP rundum sicher fühlen können. Daher führen wir die OP nicht in unserer Praxisklinik, sondern am benachbarten HELIOS Klinikum München West durch, wo wir als Chefärzte über ein eigenes Bettenkontingent verfügen. Im Bedarfsfall sind dort unsere Intensivmediziner, Schmerztherapeuten, Ernährungsberater und auch alle anderen benachbarten Fachdisziplinen vor Ort, um Ihnen eine umfassende Therapiemöglichkeit zu gewährleisten.